Ein Meinungsbeitrag von Rainer Rupp.
Der Fall C. J. Hopkins wird zum internationalen Streitfall über Meinungsfreiheit, politische Satire und die Grenzen staatlicher Strafverfolgung.
Tucker Carlson hat es am 5. Oktober 2026 öffentlich gemacht: Sein Verlag bringt eine zweite Auflage des von der deutschen Justiz verbotenen Buches von C. J. Hopkins’ heraus. Der in Berlin seit 2004 wohnende US-Staatsbürger Hopkins hatte im Jahr 2022 eine Sammlung von Essays als Buch herausgegeben, die er in den Jahren 2020 und 2021 während der Corona-Maßnahmen verfasst hatte.
Die Lockdowns, Maskenpflicht, den Impfdruck, die Zensur und den gesellschaftlichen Ausschluss Ungeimpfter und Andersdenkender, deren ökonomische Existenz dadurch nicht selten vernichtet wurde, bezeichnet J. C. Hopkins in seinem Buch als eine Form eines neuen „pathologisierten Totalitarismus“. Diesen vergleicht er mit autoritären Systemen aus dem 20sten Jahrhundert, einschließlich mit der NS-Zeit in Deutschland, worauf schon der Titel seines Buches schließen lässt. Das hat eifrigen Demokratie-Wächtern in der Berliner Justiz offensichtlich nicht gefallen.
Die staatlichen Corona-Zwangsmaßnahmen hatten damals nicht nur in Deutschland, sondern europaweit, einschließlich in den USA, nicht nur zu Einschränkungen, sondern teils zur völligen Aufhebung fundamentaler bürgerlichen Freiheitsrechte geführt. Diese sind z.B. bei uns in Deutschland im Grundgesetz ausdrücklich definiert und verbrieft.
Damals hatte man allerdings – zurecht – den Eindruck, dass die jeweiligen Regierungen des kollektiven Westens alle autoritären Zwangsmaßnahmen bis ins Detail abgesprochen und koordiniert umgesetzt haben. So wurden auch unsere Freiheitsrechte „per ordre du Mufti“ einfach mal so aufgehoben. Individuelle Verstöße gegen diese staatlichen Zwangsmaßnahmen wurden mit strengen Strafen geahndet. Vor diesem Hintergrund machte sich Hopkins mit seiner sarkastischen Kritik an den Corona-Zwangsmaßnahmen bei der deutschen Justiz keine Freunde.
Erschwerend kam hinzu, dass CJ Hopkins seinem neuen Buch den Titel „The Rise of the New Normal Reich“ gab: „Der Aufstieg des Reichs der neuen Normalität“. Noch schlimmer war: auf der. Titelseite des Buchs war das Bild von einem Gesicht zu sehen, das von einer leicht transparenten Corona-Maske verdeckt wurde, durch die kaum sichtbar ein Hakenkreuz zu erkennen war.
Es war diese erschröckliche Tat, die Hopkins zum Verhängnis wurde und wegen der die deutsche Staatsanwaltschaft ihn vor Gericht zerrte. Er wurde angeklagt wegen positiver Darstellung und Verbreitung eines NAZI-Symbols und wegen Verharmlosung der NAZI-Regimes. Auf Grund der Tatsache, dass in früheren Ausgaben des „Spiegel Magazins“ und des „Sterns“ ein Hakenkreuz in Großformat und Hochglanz ohne strafrechtliche Folgen auf den Titelseiten der jeweiligen Magazine erschienen war, hatte sich Hopkins in Sicherheit gewogen.
Für die deutsche Staatsanwaltschaft war das jedoch nicht das Gleiche, denn das Hakenkreuz auf den Titelseiten von Spiegel und Stern bezog sich auf Berichte im Inneren der Hefte, in denen die AfD mit der NAZI-Herrschaft in Deutschland verglichen wurde. Das waren also „gut eingesetzte“ Hakenkreuze. Das schlecht sichtbare Hakenkreuz von Hopkins befand sich jedoch auf dem Einband eines Buches, das die Abschaffung der Freiheitsrechte durch die angeblichen „Gesundheitsmaßnahmen“ der westlichen „Demokratien“ mit den Anfängen der Dritten Reichs verglich. Und das war ein böswillig eingesetztes Hakenkreuz, war bestraft werden musste.
C. J. Hopkins dürfte auch den apolut-Lesern kein Unbekannter sein, denn auf apolut gibt es mehrere Beiträge von und über ihn, darunter einen direkten Bericht zu seinem Prozess: „Ein Freispruch mit Nachtreten“ von Uli Gellermann, vom 24. Januar 2024. Daneben veröffentlichte apolut auf Deutsch übersetzte „Standpunkte“ von Hopkins selbst.
Die erste Ausgabe von Hopkins Buch war, wie bereits erwähnt, im Mai 2022 im Selbstverlag (Consent Factory Publishing) erschienen und wurde nach Hopkins’ eigenen Angaben zeitweise ein Amazon-Bestseller in der Rubrik Political Science. Die Neuausgabe erscheint nun bei „Skyhorse Publishing“ unter dem Imprint Tucker Carlson Books. Als Erscheinungstermin in den USA wird der 27. Oktober 2026 genannt (1). Carlson persönlich hat das Vorwort geschrieben.
Zudem hat Carlson das Buch auf seinem X -Kanal beworben und zusätzlich ein rund 90-minütiges Video-Gespräch mit Hopkins am 5. Oktober 2026 veröffentlicht; unter dem Titel „Thought Crimes, Cults, and Propaganda: The System’s Evolution Into Nazi Totalitarianism“ (Gedanken-Verbrechen, Kulte und Propaganda: Die Entwicklung des Systems zum NAZI-Totalitarismus). (2)
Hintergrund der Neuveröffentlichung ist das immer noch anhängige deutsche Strafverfahren gegen Hopkins wegen des Verdachts von Volksverhetzung bzw. „hate crimes“. Nach Darstellung von Hopkins in dem Video geht es dabei formal vor allem um das Cover der Erstausgabe, das eine an NS-Ästhetik angelehnte Bildsprache verwendet, inhaltlich ginge es jedoch darum, dass er deutsche Behörden mit den Nazis verglichen habe.
Hopkins berichtet von Hausdurchsuchungen durch die deutsche Polizei, darunter eine im November 2025, und davon, dass er die Erstausgabe im Juni 2026 weltweit aus dem Vertrieb nehmen musste, weil das Bundesverfassungsgericht die von ihm aufgeworfenen Grundrechtsfragen nicht aufgegriffen habe und Verbreitung sowie Werbung der Erstausgabe in Deutschland damit für ihn als Einwohner strafbar blieben. Die zweite Auflage, die in den USA verlegt wird, ist davon nach seiner Darstellung nicht erfasst. Amazon habe das Buch auf Druck der deutschen Justiz ebenfalls gesperrt.
„Die Neue Normalität“ als neue Form von Totalitarismus.
In den in diesem Kapitel beschriebenen Lockdowns, Maskenpflicht, Abstandsregeln, Aussetzung von Grundrechten, Zensur und Ausschluss Ungeimpfter sieht Hopkins keine vorübergehende Gesundheitsmaßnahmen, sondern den Aufbau einer neuen totalitären politischen Ordnung: Ein Herrschaftssystem, das seine verdeckte politische Machtergreifung als medizinische Notwendigkeit tarnt. Der NS-Vergleich im Titel ist bewusst polemisch. Er meint damit keine direkte Kopie des historischen Nationalsozialismus, sondern eine global-kapitalistische Variante desselben mit vertrauten Merkmalen: Propaganda, Gleichschaltung, Sündenböcke und die Kriminalisierung von Widerspruch und Andersdenkender.
Die Fortsetzung dieser Politik, in der zunehmend Denkverbote herrschen und die Bevölkerung massiv in bestimmte Richtungen manipuliert wird, lässt sich aktuell am deutlichsten daran erkennen, wie der israelische Völkermord in Gaza und der westliche Stellvertreterkrieg gegen Russland bis zum „letzten Ukrainer“ im öffentlichen Diskurs behandelt wird.
Der Covid-Kult
Auch in Hopkins anderen Kapiteln über die Corona-Jahre lassen sich Parallelen zur heutigen Politik erkennen. In seinem Essay über den „Covid-Kult“ erkennt er in der breiten, öffentlichen Zustimmung zu den staatlichen Zwangsmaßnahmen eine kult-artige Bewegung. Er stützt sich dabei auf Modelle der Gedankenkontrolle (unter anderem von Margaret Singer und Robert Lifton), wobei Angst, Wiederholung leerer Formeln und Ausschluss von Abweichlern zu schrittweisen Verhaltensänderungen führen. Seine These: Der Kult ist nicht mehr eine Randgruppenerscheinung, sondern zur dominanten „Kultur“ geworden. Besonders deutlich wird das bei der Behandlung der „Ungeimpften“ als neue Paria, als Ausgegrenzte, gar als „Untermenschen“, gegen die sich der Konformitätsdruck und der Hass der Kult-Anhänger richten.
Die Herstellung einer „offiziellen Realität.“
Hier argumentiert Hopkins, dass Medien, Behörden und Konzerne eine einheitliche fiktive „Wirklichkeit“ durchgesetzt hätten: Fallzahlen, Bilder, Modellrechnungen und Sprachregelungen. Abweichende Daten oder Fragen seien als bösartige Desinformation aus dem Diskurs entfernt worden.
Die Kriminalisierung von Dissens.
In diesem Zusammenhang beschreibt der Autor, wie Protest, Satire und abweichende Meinungen zu Sicherheits- oder Gesundheitsrisiken umgedeutet wurden. Das ist auch der Punkt, an dem Hopkins sein späteres deutsches Verfahren einordnet: Nicht die Pandemie selbst, sondern der Vergleich der Maßnahmen mit dem NS-Regime habe die Verfolgung ausgelöst.
Keine Massenpsychose, sondern Systemlogik.
In der Einleitung widerspricht Hopkins der weitverbreiteten Erklärung, die Gesellschaft sei einfach kollektiv verrückt geworden. Er sieht die Pandemie als Beschleuniger einer Entwicklung, die er schon vor Covid beschrieben hat: Nach dem Ende des Ost-West-Konflikts habe der globale Kapitalismus keine äußeren Gegner mehr gehabt und sich daher verstärkt gegen die internen Widerstände gewandt. Corona sei die Schockphase dieser „Gleichschaltung“ gewesen, nicht ihr Ende.
Die deutsche Justiz gegen Hopkins: Anklage, Verfahrensstand und die Begründung.
Die Strafverfolgung begann nicht wegen des Buchtexts, sondern wegen zweier Tweets vom August 2022. Darin zeigte Hopkins das Buch-Cover von „The Rise of the New Normal Reich“: eine medizinische Maske, unter der ein Hakenkreuz durchscheint. Daraufhin ermittelte die Berliner Staatsanwaltschaft wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, § 86a Strafgesetzbuch. Hopkins wurde im Juni 2023 über den Vorgang informiert.
Der Vorwurf lautet, er habe Propagandamittel verbreitet, deren Inhalt dazu bestimmt seien, Bestrebungen einer ehemaligen nationalsozialistischen Organisation zu fördern. Darauf stehen bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe. In der öffentlichen Debatte und in Hopkins’ eigener Darstellung wird der Fall oft als Volksverhetzung (§ 130 StGB) bzw. als Verharmlosung des Nationalsozialismus bezeichnet. Das Kammergericht Berlin stützte die Verurteilung in der Sache auf die Kennzeichen-Norm und begründete sie mit einer Verharmlosung.
Im Januar 2024 sprach das Amtsgericht Berlin Hopkins frei. Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein. Am 30. September 2024 hob das Kammergericht den Freispruch auf und sprach ihn in zwei Fällen schuldig. In der Pressemitteilung des Gerichts heißt es sinngemäß: Das Hakenkreuz diene zwar der Kritik an der Corona-Politik, eine klare Distanzierung von den Idealen des Nationalsozialismus sei in den Beiträgen aber nicht erkennbar. Der Vergleich der Corona-Maßnahmen, verkörpert durch die Maske, mit dem NS-Terrorregime verharmlose den Nationalsozialismus und den Völkermord an den Juden, statt ihn zu kritisieren.
Das Strafmaß war nach der Verurteilung noch nicht festgesetzt. Hopkins legte Verfassungsbeschwerde ein. Das Bundesverfassungsgericht nahm sie am 8. Juni 2026 ohne Begründung nicht an. Damit blieb die Verurteilung bestehen. Am 22. Juni 2026 erhob die Berliner Staatsanwaltschaft eine neue Anklage: Veröffentlichung, Vertrieb und Bewerbung der Erstausgabe sowie das Zeigen des Covers in einem Text über den Prozess. Im November 2025 durchsuchte die Polizei seine Wohnung in Berlin. Hopkins nahm die Erstausgabe daraufhin weltweit aus dem Vertrieb. Eine Straffestsetzung für die Verurteilung von 2024 war nach seinen Angaben für den 26. Oktober 2026 angesetzt. Die zweite, in den USA erschienene Auflage ist von diesem Vertriebsstopp der Erstausgabe nicht erfasst.
Die deutsche Justiz hat sich mit dem Fall Hopkins einen Bärendienst geleistet
Wenn es der deutschen Justiz darum ging, an Hopkins ein abschreckendes Exempel zu statuieren und sein Buch in der Versenkung verschwinden zu lassen, dann ist das ein Rohrkrepierer geworden. Carlson stellt die Neuausgabe als Wiederveröffentlichung eines „verbotenen“ Buchs dar. Und auf Grund des ungeheuren, weltweiten Bekanntheitsgrads von Tucker Carlson und dessen persönlichen Einsatzes für C. J. Hopkins und sein Buch, wird das Verhalten der deutsche Justitz global bekannt werden, was ihr internationales Ansehen sicherlich nicht fördern wird; im Gegenteil!
Hier eine kurze KI-generierte Übersicht über die Reichweitenzahlen von Tucker Carlsons Medien-Kanälen: Auf X hat das Konto @TuckerCarlson rund 18 Millionen Follower. Einzelne Interviews erreichen dort weit mehr Leser als Follower: Carlsons Putin-Interview von 2024 lag im Bereich von über 200 Millionen Aufrufen. Sein Hauptkanal YouTube hat etwa 5,8 Millionen Abonnenten und rund 1,76 Milliarden Aufrufe insgesamt; der Zweitkanal Tucker Carlson Network kommt auf etwa 2,0 Millionen Abonnenten und 658 Millionen Aufrufe. Lange Interviews liegen oft bei mehreren Hunderttausend bis über einer Million Aufrufen. Die Hopkins-Folge vom 5. Oktober hatte allein auf YouTube nach wenigen Tagen bereits rund 550.000 Aufrufe.
Zusammengerechnet ergeben allein die öffentlich registrierten Carlson-Follower auf YouTube, X, Instagram und TikTok etwa 35 Millionen Konten. Wegen Überschneidungen liegt die Zahl der täglich erreichbaren Personen darunter; realistisch eher im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Bei einzelnen Videos kann, je nach Thema, ein Vielfaches von nicht abonnierten Lesern hinzukommen. Zugleich muss bedacht werden, dass nicht jeder Abruf bedeutet, dass der Zuschauer sich das Video tatsächlich anschaut.
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Anmerkungen und Quellen
(1) "The Rise of the New Normal Reich", Skyhorse Publishing: https://www.skyhorsepublishing.com/9781683585787/the-rise-of-the-new-normal-reich/
(2) https://tuckercarlson.com/tucker-show-cj-hopkins-100526 ; https://www.youtube.com/watch?v=1yKxFGhyDFE
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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.
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Bild: US-Journalist Tucker Carlson
Bildquelle: Ben Von Klemperer / shutterstock
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