Drei Wochen vor der Landtagswahl liegt die AfD in Sachsen-Anhalt bei 41 Prozent. Während der Spiegel Ulrich Siegmund zum „gefährlichsten Mann Deutschlands“ erklärt, zeigt ein fast vierstündiges Podcastgespräch, weshalb seine politische Sprache in diesem Land Resonanz findet. Es ist Ordnung, Zuständigkeit, Verlässlichkeit und die Erwartung, dass Politik wieder funktioniert. Wer die bevorstehende Entscheidung verstehen will, muss deshalb auch auf Sachsen-Anhalt selbst blicken – auf seine Arbeitsbiografien, seine Brüche, sein Gedächtnis und eine Mentalität, die am Ende des Tages Ergebnisse sehen will.
Ein Standpunkt von Sabiene Jahn.
Sachsen-Anhalt hat einmal mit einem Satz für sich geworben, über den der Westen gern lächelte. „Wir stehen früher auf.“ Die Kampagne begann 2005, nachdem eine Umfrage den Sachsen-Anhaltinern tatsächlich einen besonders frühen Start in den Arbeitstag bescheinigt hatte. Später hieß es, „Dafür stehen wir früher auf.“ Der Slogan war klüger, als seine Erfinder ahnten. Denn er erzählte etwas über eine Mentalität, die im politischen Betrieb immer wieder unterschätzt wird. Wer früh aufsteht, will irgendwann mit der Arbeit beginnen, und wer ein Problem erkennt, erwartet eine Lösung. Soll der, der gewählt wird, dann auch tatsächlich Politik machen? Drei Wochen vor der Landtagswahl steht in Sachsen-Anhalt genau diese Frage im Raum.(1)
In der repräsentativen Infratest-dimap-Erhebung vom 30. Juli kommt die AfD auf 41 Prozent, die CDU auf 24 Prozent. 44 Prozent wünschen sich eine AfD-geführte Landesregierung, 43 Prozent eine CDU-geführte. Nur 29 Prozent sind mit der Arbeit der amtierenden Regierung zufrieden, 66 Prozent unzufrieden. Ulrich Siegmund erreicht bei der Bewertung seiner politischen Arbeit 35 Prozent Zustimmung, Ministerpräsident Sven Schulze 29 Prozent.
Das ist keine kleine Verstimmung am Rand des Parteiensystems. Ein erheblicher Teil eines Bundeslandes kündigt der bisherigen politischen Geschäftsführung das Vertrauen. Und während darüber diskutiert wird, erklärt der Spiegel den charmant wirkenden Ulrich Siegmund zum „gefährlichsten Mann Deutschlands“.(2)(3)
Interessanter als manches Fernsehstudio
Der Titel wirkt wie der Versuch, mit maximaler Lautstärke festzulegen, wie dieser Politiker betrachtet werden soll: Schwarzer Hintergrund, Fahndungsästhetik und rote Lettern. Im Text ist von einem „gefährlichen Verführer“, einem angeblich rechtsextremen Netzwerk und Männern die Rede, deren politische Biografien tief in die neonazistische Szene reichten. Chefredakteur Dirk Kurbjuweit legte nach. Siegmund gebe sich freundlich, wirke gewinnend, seine Pläne seien jedoch ein „Anschlag auf die liberale Demokratie“. Das Umgängliche und das Extreme machten ihn, „aus Sicht liberaler Demokraten“, zum gefährlichsten Mann Deutschlands. (3)(4)
Das Innenministerium Sachsen-Anhalts liefert für die Auseinandersetzung einen ernsthaften institutionellen Befund. Der Landesverfassungsschutz stuft die AfD Sachsen-Anhalt seit 2023 als gesichert rechtsextremistische Bestrebung ein und begründet dies unter anderem mit einem ethnisch definierten Volksbegriff, Äußerungen von Funktionsträgern sowie Angriffen auf Menschenwürde und Demokratieprinzip. Die AfD hat die Einstufung angegriffen, das Hauptsacheverfahren wurde auf ihren Antrag ruhend gestellt. Konkrete Fragen verlangen konkrete Belege, Zitate, politische Vorhaben und eine öffentliche Debatte darüber. (5)
Darin liegt der Unterschied zwischen der Prüfung eines Politikers und seiner Dämonisierung. Die eine untersucht Handlungen, Programme und Machtmittel, die andere behauptet bereits den Charakter der Gefahr. „Der gefährlichste Mann Deutschlands“ ist etwas anderes. Es ist ein moralisches Superlativ. Ein journalistisches Urteil, das den Leser bereits am Kiosk wissen lässt, was von diesem Mann zu halten sei.
Einen bemerkenswerten Maßstab dafür liefert Spiegel-Chefredakteur Dirk Kurbjuweit selbst. „Wenn ein Politiker böse Absichten hat“, erklärt er, könne das Folgen für Hunderttausende oder Millionen Menschen haben. Sofia Taxidis greift den Satz in Tichys Einblick auf und dreht die Blickrichtung um. Wenn Gestaltungsmacht das Kriterium für Gefährlichkeit ist, weshalb richtet sich der maximale Alarm auf einen Oppositionspolitiker, während tatsächliche Staatsmacht weit weniger dramatisch behandelt wird? (4)(6)
Vier Tage zuvor hatte das Bundeskabinett eine umfassende Reform des Nachrichtendienstrechts beschlossen. Der Verfassungsschutz soll zusätzliche operative Befugnisse erhalten – von der Online-Durchsuchung bis zur technischen Überwachung privater Wohnräume. Das BfV soll dabei eigene Sensorik einsetzen oder vorhandene Geräte wie Smart Speaker zur Informationsgewinnung nutzen können. (7)
Siegmund besitzt derzeit keine Exekutivgewalt. Er kann keine Behörde anweisen, kein Ministerium führen und kein Gesetz allein in Kraft setzen. Er bewirbt sich um politische Macht und muss sich einer kritischen Prüfung seiner Ziele stellen. Die Bundesregierung verfügt bereits über diese Macht und erweitert gleichzeitig ihre Instrumente. Wer Gefährlichkeit mit Gestaltungsmacht begründet, muss den Maßstab dort anlegen, wo diese Macht tatsächlich vorhanden ist.
Ausgerechnet am selben Wochenende sitzt dieser Mann fast vier Stunden vor einem Mikrofon. Ben Berndt, Gastgeber des Podcasts „ungeskriptet“, sagt, er wolle weder Oppositionspolitiker noch Journalist spielen. Er wolle verstehen, „wie die ticken“. Eigentlich sollte ihm auch Sven Schulze gegenübersitzen. Berndt hatte dem CDU-Ministerpräsidenten ein langes Gespräch zwischen beiden Spitzenkandidaten angeboten. Aus Schulzes Büro kam nach Berndts Darstellung die Antwort, „Ich stehe für ein Duell nicht zur Verfügung.“ Die Berliner Zeitung registrierte bereits nach acht Stunden mehr als 800.000 Abrufe. Schulze ließ damit einen Raum frei, den Siegmund vier Stunden lang ausfüllen konnte. Und dieser Raum erweist sich als politisch interessanter als manches Fernsehstudio. (8)(9)
Praktische Vorstellung von Politik
Siegmund erzählt von Tangermünde. Politik müsse dort stattfinden, „wo sie ankommt, bei den Menschen“, sagt er. Er beschreibt seine Heimatstadt an der Elbe, die mittelalterliche Gassen, Kinder, die draußen spielen können, Restaurants, Kultur, Menschen, die zusammenhalten. Er beschreibt einen Stadtrat, in dem die AfD stark vertreten sei und trotzdem mit den anderen zusammenarbeite. Politik wird plötzlich kleinteilig. Und gerade dadurch wird sie groß.
Eine Parkbank muss aufgestellt werden, eine Straße muss saniert werden und ein Fest braucht Unterstützung. Das ist Siegmunds politischer Ausgangspunkt. Nicht der Apparat, der sich selbst erklärt. Die Sache, die erledigt werden muss. Im Podcast wird er an einer Stelle gefragt, wie er als junger Mann überhaupt in die Politik kam. Seine Antwort führt immer wieder zu derselben Frage zurück. Was kannst du selbst dazu beitragen, dass es deiner Region besser geht? Andere gehen zur Feuerwehr, andere in Vereine, er ging in die Politik. (8)
Damit erklärt sich auch sein Begriff von Ordnung viel genauer als über die übliche Schlagwortsammlung aus Migration, Polizei und Sicherheit. Ordnung heißt bei Siegmund vor allem, Zuständigkeiten sollen funktionieren und Regeln gelten. Derjenige, der entscheiden kann, entscheidet. Derjenige, der Geld ausgibt, weiß, woher es kommt. Das ist eine sehr praktische Vorstellung von Politik.
Eine politische Lehrstunde
Eine der besten Geschichten des Podcasts handelt ausgerechnet von Raumduft. Siegmund hatte sich früh selbstständig gemacht und erzählt, wie er potenzielle Kunden anrief, „Darf ich einen Verbesserungsvorschlag machen?“ Er fuhr zu Unternehmen und versuchte, den Nutzen seines Produkts unmittelbar sichtbar zu machen. „Man muss sich immer verbessern im Leben“, sagt er. Später wurde ihm dieses Berufsleben als „Raumduftverkäufer“ vorgehalten. Siegmund erzählt es anders. Er habe ohne staatliche Subventionen etwas Eigenes aufgebaut und gelernt, was von einem erwirtschafteten Euro nach Steuern, Kammerbeiträgen und anderen Belastungen übrigbleibt. Diese Erfahrung habe seinen Blick auf Steuergeld verändert. (8)
Das ist weit entfernt von jener Sprache, in der Verwaltungen „Prozesse begleiten“, „Stakeholder einbinden“, „Maßnahmen evaluieren“, „Strategien fortschreiben“ und am Ende eine neue Arbeitsgruppe einsetzen. Siegmund hört ein Problem und fragt, warum funktioniert es nicht? Was verhindert die Lösung, was kostet sie und wer kann sie umsetzen? Genau das bringt ihm Zustimmung in einem Land, in dem viele Menschen nicht an einem Mangel politischer Konzepte leiden. Sie leiden an der Strecke zwischen Konzept und Wirklichkeit. 2016 zieht Siegmund mit 25 Jahren in den Landtag ein, erzählt er – Listenplatz 15.
Dann lernt der junge Abgeordnete parlamentarische Wirklichkeit kennen. Die neue AfD-Fraktion brauchte Räume, SPD und Linke hatten Mandate verloren und entsprechend weniger Platzbedarf. Trotzdem habe die AfD monatelang um ihre Büros kämpfen müssen. „Das war doch schon immer SPD-Flur“, gibt er die Haltung wieder. Eine fast komische Episode und eine politische Lehrstunde.(8) Noch stärker prägen Siegmund offenbar die Abstimmungen im Parlament. Er erzählt von Abgeordneten, die nach seiner Beobachtung die Hand nur so weit anhoben, dass ihre Zustimmung kaum zu erkennen gewesen sei. Seine Erklärung: Die Fraktion verlangte etwas, das ihrer eigenen Überzeugung widersprach. (8)
Schon 2016 verlangte die AfD, Sachsen-Anhalt solle im Bundesrat die Einstufung der Maghreb-Staaten als sichere Herkunftsstaaten unterstützen. Die Regierungsmehrheit lehnte den Antrag ab, später unterstützte die CDU selbst entsprechende Einstufungen. Aus solchen Erfahrungen zieht Siegmund einen persönlichen Schluss. Über Politiker, die gegen die eigene Überzeugung handeln, sagt er, „so wolle er nicht werden“. Wenn es ihm irgendwann genauso gehe, solle man ihm sagen, „Uli, jetzt reicht es. Geh da weg. Das bist nicht du.“ (8)(10)(11)
Eine weitere Episode erzählt Siegmund aus seiner ersten Legislaturperiode. Die Linke habe einen Antrag zugunsten von Menschen mit Behinderungen eingebracht. AfD und Linke hätten am späten Sitzungstag gemeinsam eine Mehrheit besessen. Als die AfD Zustimmung signalisierte, habe der damalige Linken-Fraktionschef eigene Abgeordnete aus dem Plenum geschickt. Der Antrag sollte nach Siegmunds Darstellung lieber scheitern, als mit AfD-Stimmen angenommen zu werden. Die Geschichte beschreibt, was ihn an der Brandmauer empört. Entscheidend wird, wer ebenfalls die Hand hebt. Der Inhalt wird zweitrangig. (8)
Auf kommunaler Ebene beschreibt Siegmund die Gegenwelt. In Tangermünde sei ein AfD-Antrag zu Arbeitsgelegenheiten für Asylbewerber ohne Gegenstimme passiert. Im Jerichower Land habe ein Antrag zur Beflaggung öffentlicher Gebäude mit Stimmen aus CDU und freien Gruppen eine Mehrheit gefunden. Auf dem Dorfplatz und im Stadtrat ist die kaputte Straße eben noch eine kaputte Straße.(8)
Regeln, wenn das Wahlergebnis nicht gefällt
Ulrich Siegmund erzählt auch von einem anderen Lernprozess. In seiner ersten Legislaturperiode konnte die AfD aufgrund ihrer Stärke Untersuchungsausschüsse beantragen und durchsetzen. 2016 wurde auf ihre Initiative ein Ausschuss zu Beraterverträgen des Finanzministeriums eingesetzt. Seit einer Gesetzesänderung 2020 kann ein Minderheitenantrag bei Zweifeln an seiner Zulässigkeit zunächst einem Ausschuss zur rechtlichen Prüfung überwiesen werden. (12)(13)
2026 folgt die nächste große Parlamentsreform. CDU, Linke, SPD, FDP und Grüne veränderten gemeinsam Regeln unter anderem zur Wahl des Landtagspräsidenten, zur Kündigung von Staatsverträgen und zur Funktionsfähigkeit des Landesverfassungsgerichts. Die Linke nannte das Paket ein „Demokratieschutzgesetz“, CDU-Mann Andreas Schumann warnte bei einer AfD-Mehrheit vor einem „tiefgreifenden politischen Umbau“. Die AfD konterte, es sei „Angst vor dem Wahlergebnis“. Das ist der Konflikt in Reinform. Demokratie beweist sich darin, wie politische Gegner miteinander umgehen, wie Mehrheiten entstehen, welche Rechte eine Opposition besitzt und ob Regeln auch dann gelten, wenn das Wahlergebnis nicht gefällt.(14)
Ein tatsächliches DuellI
Im Podcast erscheint Siegmund keineswegs als Mann, der glaubt, am 7. September einen Lichtschalter umzulegen. Unterstützer hätten sehr unterschiedliche Wünsche an eine AfD-Regierung. Seine Antwort, „Du kannst jetzt nicht zaubern, du bist ein Mensch.“ Nach sechs Monaten werde in Sachsen-Anhalt nicht „Milch und Honig“ fließen. Er spricht vom Aufräumen eines vermüllten Zimmers und unterscheidet zwischen einem 100-Tage-Programm, unmittelbar möglichen Maßnahmen und langfristigen Aufgaben. (8)(15)
Später fragt Berndt nach dem ersten Amtstag. „Da will ich nichts Falsches versprechen“, sagt Siegmund. Ministerien müssten strukturiert, Staatssekretäre und Leitungsteams eingesetzt und handlungsfähig gemacht werden. Beim Personal spricht er von etwa 150 bis 200 politischen Stellen, Minister, Staatssekretäre, Büroleiter, Pressesprecher und engste Leitungsteams. Die Vorstellung, die gesamte Verwaltung auszutauschen, weist er zurück. Gleichzeitig will er auslaufende Stellen teilweise nicht nachbesetzen und Verwaltung verschlanken. Er will die Maschine nicht dekorieren, er möchte an ihre Abläufe. (8)
Sein Programm sieht demnach zehn Sofortmaßnahmen für die ersten hundert Tage vor. Es geht weit darüber hinaus und enthält einschneidende Vorhaben in Migrations-, Medien-, Energie-, Bildungs- und Verwaltungsfragen. Dies wäre der Stoff für ein tatsächliches Duell mit Sven Schulze gewesen. (15)(16)
Wenn es brennt
Bei Gegenveranstaltungen geht er, so ist in vielen Videos auf YouTube zu sehen, auf Demonstranten zu und fragt, warum sie protestieren. Manche Antworten hält er für falsch und manches nennt er Blödsinn. Doch selbst Menschen, die ihn niederbrüllen, bezeichnet er als Menschen, mit denen dieses Land eine gemeinsame Zukunft habe. Er wolle wieder miteinander reden und nicht gegeneinander. Politische Gegnerschaft hebt für ihn den persönlichen Umgang nicht auf. Das klingt erschreckend gewöhnlich. Darin liegt für einige inzwischen bereits eine Provokation. (8)
Eine Episode aus Egeln macht deutlich, was es auch bedeuten kann. Feuerwehrleute haben einen Einsatz beendet, treffen auf Siegmund, er bedankt sich, Hände werden geschüttelt, am Ende entsteht ein gemeinsames Foto. Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr erklärt sich „fassungslos“, fordert politische Neutralität und stellt Konsequenzen bis hin zum Ausschluss aus der Feuerwehr in den Raum. Der Ortswehrleiter beschreibt den Vorgang als spontane Begegnung ohne parteipolitische Absicht. Die Feuerwehrleute beklagen anschließend, an den Pranger gestellt zu werden. Was für eine verrutschte politische Welt. (17)
Eine Freiwillige Feuerwehr ist im ländlichen Raum keine Staffage für Sonntagsreden über Ehrenamt. Menschen stehen nachts auf, verlassen ihre Familien, ihre Arbeit, einen Geburtstag. Sie fahren zu Bränden und Verkehrsunfällen und müssen sich aufeinander verlassen können. Einen Politiker, der ihnen die Hand schüttelt und Danke sagt, empfinden sie als eine menschliche Selbstverständlichkeit. Wenn es brennt, wird nicht nach dem Parteibuch des Hauseigentümers gefragt.
Das nächste Superlativ
Siegmund hat diese Erfahrung bereits in größerem Maßstab gemacht. Nach dem Potsdamer Treffen Ende 2023 folgten die Correctiv-Recherche, öffentliche Empörung, Massendemonstrationen und für ihn der Verlust des Vorsitzes im Sozialausschuss. Im Podcast beschreibt er die erste Zeit als schwer, auch für seine Familie. Dann erzählt er von wachsender Solidarität, neuen Mitgliedern und steigenden Umfragewerten.(8)(18)
Auch die Gerichte zeigen, wie genau zwischen Inhalt des Treffens und journalistischer Deutung unterschieden werden muss. Das Landgericht Hamburg wies Ende 2025 die Klagen von Ulrich Vosgerau und Gernot Mörig ab, stellte einen in Potsdam besprochenen „Masterplan zur Ausweisung deutscher Staatsbürger“ dabei jedoch nicht als erwiesene Tatsache fest. Die Formulierung wurde als zulässige journalistische Zusammenfassung und Meinungsäußerung gewertet. Zuvor hatte dasselbe Gericht eine konkrete Passage untersagt; das Landgericht Berlin II untersagte im März 2026 in einem weiteren Verfahren drei konkrete Aussagen. (19)(20)(21)
Drei Begriffe blieben in der öffentlichen Wahrnehmung jedoch hängen - Geheimtreffen, Remigration und Deportation. Nun kommt ein vierter hinzu: Gefahr. Siegmund zieht daraus im Gespräch eine andere Bilanz. Die Potsdam-Affäre bezeichnet er rückblickend als „großen Glücksgriff“. Seine Erfahrung sei, entfernt sich eine Kampagne zu weit von dem Bild, das Menschen sich selbst von einem Politiker machen, kann ihre Wirkung kippen. Der Spiegel versucht es nun mit dem nächsten Superlativ. Siegmunds Reaktion - er signiert das Heft. (8)(27)
Ostdeutsche Erfahrung
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk findet derweil seine eigene Form des Umgangs mit dem möglichen ersten AfD-Ministerpräsidenten. Die Süddeutsche Zeitung kritisierte ein MDR-Format, in dem Siegmund über Geschirrspülen, seine Kindheit und die Kaulitz-Brüder befragt wurde, als „Journalismus im Smalltalk-Modus“. Auf der einen Seite steht der gefährlichste Mann Deutschlands, auf der anderen die Frage nach dem Geschirrspüler. Dazwischen liegt Politik.
Gleichzeitig will der MDR aus Spargründen drei Jahre lang keinen neuen Dresdner „Tatort“ und Magdeburger „Polizeiruf“ produzieren. Die AfD setzte die Kündigung der Rundfunkstaatsverträge an die Spitze ihres 100-Tage-Programms. Wem diese Konstellation politisch nützt, ist keineswegs sicher. (22)(23)(15)
Wer Siegmund zuhört, versteht irgendwann, was er mit „Ordnung“ meint. Es ist die sichere Straße in Tangermünde, eine Verwaltung, die den Bürger nicht durch fünf Instanzen schickt, ein Unternehmer, der weiß, was ein erwirtschafteter Euro bedeutet, ein Krankenhaus, das für eine Region gebraucht wird und eine Schule, deren Aufgabe Unterricht ist. Es ist ein Politiker, der erklärt, was möglich ist und was Zeit braucht. Gewissermaßen der Handschlag, also das Wort, das gilt.
Und da wird die ostdeutsche Erfahrung wichtig. Der Deutschland-Monitor 2025 misst 98 Prozent Zustimmung zur Idee der Demokratie. Mit ihrem tatsächlichen Funktionieren sind bundesweit 60 Prozent zufrieden, in Ostdeutschland 51 Prozent. Die Studie nennt bessere Rückkopplung der Politik an die Bevölkerung und höhere Effizienz als Ansatzpunkte. Die Menschen lehnen Demokratie nicht ab, sie beurteilen ihre Leistung. Das ist ein fundamentaler Unterschied. (24)
Im Osten kommt eine weitere Erfahrung hinzu. Systeme können sehr lange behaupten, sie funktionierten. Menschen merken trotzdem, wenn sie es nicht tun. Sachsen-Anhaltiner kennen Strukturwandel, Transformation, Modellprojekte, Förderprogramme und Zukunftskonzepte. Sie kennen geschlossene Schulen, weite Wege zum Arzt, fehlende Fachkräfte, knappe kommunale Kassen und Behörden, in denen Mitarbeiter selbst unter Vorschriften leiden. Der MDR berichtet, dass die Landkreise von der nächsten Landesregierung einen Verwaltungsumbau verlangen, damit Entscheidungen schneller getroffen werden können. Das Problem ist längst adressiert. (25)
Abstand, aus dem politische Umbrüche entstehen
Doch hier beginnt auch die Schwäche der bisherigen Gegenstrategie gegen Siegmund. Man nennt ihn gefährlich, verändert parlamentarische Regeln unter ausdrücklichem Hinweis auf einen möglichen AfD-Wahlsieg, diskutiert darüber, mit wem geredet werden darf. Währenddessen sehen die Bürger immer noch, dass vor ihrer Haustür zu wenig geschieht. Sofia Taxidis erinnert dabei an eine Ironie, die gerade den Spiegel treffen müsste.
Ein wesentlicher Teil seines publizistischen Ansehens entstand aus der Kontrolle ausgeübter Staatsmacht. 1962 veröffentlichte das Magazin „Bedingt abwehrbereit“. Die Redaktion wurde durchsucht, Journalisten wurden festgenommen, Rudolf Augstein saß mehr als drei Monate in Untersuchungshaft. Die Spiegel-Affäre wurde zum Sinnbild der bundesdeutschen Pressefreiheit. (6)(26)
Der historische Kontrast ist kaum zu übersehen. Der alte Spiegel wurde berühmt, weil er dorthin blickte, wo Macht bereits vorhanden war. Der heutige baut seine größtmögliche Gefahrenmetapher um einen Mann, der diese Macht erst durch eine Wahl erhalten könnte. Eine Zeitung mit dieser Geschichte müsste zwischen oppositioneller Absicht und ausgeübter Staatsmacht besonders genau unterscheiden. Das ist der Abstand, aus dem politischen Umbrüche entstehen.
Titel beantwortet keine einzige Frage
Interessant ist, wie wenig der Mann im vierstündigen Gespräch dem Bild eines berauschten Revolutionärs entspricht. Seine „Radikalität“ liegt weniger im Arbeitsstil als in der Konsequenz, mit der er politische Voraussetzungen verändern will. Dort müssten seine Mitbewerber ihn stellen. Welche Einsparung trägt welche Konsequenz? Welche Folgen hätte seine Energiepolitik für Leuna und die mitteldeutsche Industrie? Wie gewinnt Sachsen-Anhalt Lehrer, Ärzte, Ingenieure und Unternehmer? Wie dreht man die ernüchternde Demografie. Oder, wie führt man eine Verwaltung, deren Mitarbeiter politisch anders denken? Das sind Fragen an einen möglichen Ministerpräsidenten. Der Titel „Der gefährlichste Mann Deutschlands“ beantwortet keine einzige davon.
Das Land ist mehr als eine Wahlumfrage
Wer über Sachsen-Anhalt nachdenkt, sollte wissen, was die Menschen dort verbindet. Für mich ist es noch immer Heimat. Es ist keine sentimentale Kulisse für einen Wahlkampf. Heimat liegt dort in Landschaften, Gerüchen, Arbeitsbiografien, Werkstoren, Gärten, Flüssen, Bergwerkshalden und Namen, die ich schon als Kind kenne. Der viel belächelte Satz vom „Land der Frühaufsteher“ hat Bedeutung. Das passte zu einem Land, in dem Schichtbeginn, Landwirtschaft, Handwerk und lange Arbeitswege zum Alltag vieler Familien gehörten. Und es passt noch immer zu einer Mentalität, die Ergebnisse gern am Ende des Tages sieht.
In Halle reicht diese Geschichte Jahrhunderte zurück. Vom Hallmarkt aus wurde Salz gehandelt, die Salzwirker schlossen sich 1524 zur „Salzwirkerbrüderschaft im Thale zu Halle“ zusammen. Die Halloren waren Handwerker, Interessenvertretung und Traditionsgemeinschaft zugleich. Diese Geschichte steckt bis heute in einem Namen, den fast jedes Kind kennt, Halloren. (28)
Auch die Hanse gehört zu Sachsen-Anhalt. Halle wird bereits 1281 als Hansestadt erwähnt, weiter nördlich erzählen die altmärkischen Hansestädte von einer Welt, in der Städte über Handel und Handwerk verbunden waren. Dass Tangermünde die Heimat von Ulrich Siegmunds ist, gehört zu den kleinen historischen Linien. Die alte Kaiser- und Hansestadt war über Jahrhunderte nach außen verbunden. Eigenständigkeit und Austausch waren hier nie Gegensätze. (29)(30)
Transformation ohne Seminar
Dann fährt man nach Süden und das Land verändert sein Gesicht. Das Mansfelder Land trägt acht Jahrhunderte Kupferbergbau in seiner Landschaft. Halden stehen wie künstliche Berge, Schächte und Hütten erinnern an Generationen, deren Arbeit unter Tage begann. Weiter südlich liegen die Weinberge von Saale-Unstrut. Dazwischen Äcker, Obstwiesen, Dörfer und diese weiten mitteldeutschen Horizonte, an denen man schon von weitem erkennt, was für ein Wetter kommt. (31)(32)
Und dann der Harz. Wernigerode, Schierke, der Brocken, Quedlinburg, Thale. Das Bodetal schneidet sich zwischen Felsen hindurch, darüber Rosstrappe und Hexentanzplatz. Für politische Dämonisierung besitzt Sachsen-Anhalt damit seit langem den geeigneten Veranstaltungsort. Der Hexentanz ist in Thale jedenfalls landschaftlich besser aufgehoben. Dahinter liegen Wald, Höhenzüge und Wege, auf denen man stundenlang unterwegs sein kann, ohne einem politischen Plakat zu begegnen. (33)
Sachsen-Anhalt kennt auch die andere große Geschichte des 20. Jahrhunderts. Landschaft wurde für Industrie geöffnet, ausgebeutet, verwundet und später zurückgewonnen. Das Geiseltal ist dafür ein eindrucksvolles Beispiel. Jahrzehntelang bestimmte Braunkohle den Raum zwischen Mücheln, Braunsbedra und Merseburg. Nach dem Ende des Tagebaus wurde saniert und geflutet. Heute liegt dort der Geiseltalsee. Aus dem Tagebaurestloch wurde Wasserlandschaft, Lebensraum, Freizeitgebiet und neuer Weinbaustandort. Wer das alte Geiseltal noch im Kopf hat und heute am See steht, versteht das Wort Transformation ohne Seminar. (34)
In Sangerhausen liegt auf 13 Hektar die größte Rosensammlung der Welt. Bei Wettin-Löbejün hat eine Pfingstrosengärtnerei über Jahrzehnte eine Sammlung von mehr als 500 Arten, Sorten und Kultivaren aufgebaut. Dasselbe Land pflegt Gärten mit einer Beharrlichkeit, die sich schwer in Kennziffern übersetzen lässt. Hinter Wohnhäusern, an Bahnlinien und am Rand der Städte liegen Kleingärten mit Laube, Apfelbaum oder Tomaten. Oft mehr Werkzeug als Mobiliar. Dort wird nicht über Ernährungssouveränität referiert. Dort wird im Frühjahr ausgesät und im Sommer geerntet.
Ganz in der Nähe dieser privaten Saatkisten liegt in Gatersleben eine der großen wissenschaftlichen Sammlungen dieser Erde. Die Genbank des Leibniz-Instituts IPK bewahrt mehr als 150.000 pflanzengenetische Herkünfte und gibt Material an Forschung und Züchtung weiter. Zwischen Kleingarten und Genbank liegt gar kein so weiter gedanklicher Weg. Es geht darum, etwas zu bewahren, zu vermehren und an die nächste Generation weiterzugeben. (35)
In Eisleben wurde Luther geboren und starb er, Wittenberg wurde zum Ausgangspunkt der Reformation, Händel wurde in Halle geboren. Dessau verbindet das Bauhaus mit einer Formensprache, die weltweit wirkte. Quedlinburg bewahrt eine historische Stadtlandschaft. Und die Himmelsscheibe von Nebra zeigt, dass Menschen hier bereits vor rund 3.600 Jahren versuchten, den Lauf des Himmels zu begreifen. Geschichtslosigkeit wirkt angesichts dessen wie eine ziemlich absurde Zuschreibung.
Halle selbst besitzt mit der Burg Giebichenstein eine Kunsthochschule, deren Geschichte 1915 beginnt und deren Werkstattprinzip Kunst, Handwerk und Gestaltung von Anfang an miteinander verband. Heute studieren dort mehr als tausend Menschen in Kunst und Design. (36)(37)
Zerbst öffnet eine andere Tür in die europäische Geschichte. Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst trat 1744 von dort ihre Reise nach Russland an und wurde später Katharina II, die russische Zarin. Solche Lebenswege erinnern daran, wie selbstverständlich europäische Geschichte schon lange vor unserer Gegenwart über Grenzen hinweg verlief. (38)
Das Sachsen-Anhalt, das ich kenne
Und dann kommt die Industrie, ohne die mein eigenes Bild dieser Heimat unvollständig wäre. Halle, Merseburg, Leuna, Schkopau, Bitterfeld und Wolfen waren Arbeitswelten. Familien richteten ihren Tagesrhythmus nach Schichten aus. In Buna entstanden neue Produktionslinien für PVC, Polystyrol und Kautschuk. Meine Mutter wurde dort zur Chemikerin ausgebildet. Sie erzählte von Menschen, die riesige weiße Quader auf den Schultern trugen. Zunächst wunderte sie sich, wie jemand solche Blöcke tragen konnte. Dann verstand sie, sie waren federleicht. Polystyrol war etwas Neues, das später in Verpackungen und Dämmstoffen selbstverständlich wurde. (39)
Wenige Kilometer weiter schrieb Ammendorf eine andere Industriegeschichte. Aus einem 1823 gegründeten Betrieb entwickelte sich der Waggonbau. Der VEB beschäftigte zeitweise rund 4.900 Menschen, zwischen 1948 und 1996 entstanden dort mehr als 30.000 Weitstreckenpersonenwagen. Wer in Halle über „Ammendorf“ nachdenkt, spricht auch über tausende Berufsbiografien, Lehrlinge, Ingenieure, Schweißer, Konstrukteure und Familien. (40)
Wolfen wiederum veränderte das Fotografieren. In der Filmfabrik wurde 1936 der erste universell einsetzbare Mehrschichtenfarbfilm gegossen. Später entstand ORWO – „Original Wolfen“. Bilder aus aller Welt wurden auf Material festgehalten, das aus einem mitteldeutschen Industriestandort kam. Dessau steht mit Hugo Junkers für Flugzeugbau, Magdeburg mit SKET für Maschinenbau. Solche Dimensionen erklären, weshalb der Verlust großer Industrien nach 1990 in Familiengeschichten Ostdeutschlands so tief sitzt. (41)(42)(43)
Auch die politische Geschichte lässt sich aus diesem Gedächtnis nicht herauslösen. Der hallesche Volkspark wurde 1907 mit Geld errichtet, das Arbeiter und Gewerkschafter zusammenbrachten, und wurde Treffpunkt der Arbeiterbewegung. 1925 starben dort während eines Polizeieinsatzes bei einer Wahlveranstaltung Ernst Thälmanns zehn Menschen, unter ihnen Fritz Weineck, später in der DDR als „Kleiner Trompeter“ zur politischen Ikone geworden. Der Raum Halle-Merseburg gehörte vor der NS-Diktatur zu den deutschen Hochburgen der Kommunisten. Auch das gehört zur Herkunft vieler Familien - Antifaschismus und politische Erziehung. Reale Geschichte und ihre spätere staatliche Überformung liegen dicht beieinander. (44)(45)
Zu meinem Bild Sachsen-Anhalts gehört ebenso die Lust, hinauszufahren, andere Länder zu sehen und mit Geschichten zurückzukommen. Weltoffenheit löscht Herkunft nicht aus. Wer andere Kulturen interessant findet, muss die eigene nicht vergessen. Wer reist, nimmt einen Maßstab mit und bringt neue zurück. Dieses Land lässt sich auf keine einzige Erzählung reduzieren. Es kennt den Geruch eines Chemiewerks ebenso wie Rosen im Juni, Müdigkeit nach einer Schichtübergabe und die Stille im Harz. Das ist das Sachsen-Anhalt, das ich kenne und das in einer Wahlumfrage niemals vollständig vorkommt.
Im Land der Frühaufsteher
Der Schlüssel zum 6. September liegt daher weder in Berlin noch im Spiegel aus Hamburg. Er liegt in den vielen Orten von Tangermünde bis Dessau. Verlässlichkeit ist dort keine abstrakte Tugend. Sie hält den Alltag zusammen. Genau diese Verlässlichkeit wird von Politik erwartet. Politik soll führen, vermitteln, erklären, entscheiden und die Folgen ihrer Entscheidung tragen. Das ist Ordnung.
Am Ende des Podcasts stellt Ben Berndt seinem Gast eine ungewöhnliche Frage. Stellen Sie sich vor, sagt er, Sie verlieren über Nacht Ihr Gedächtnis. Sie dürfen sich selbst einen einzigen Zettel hinterlassen. Was schreiben Sie darauf? Siegmund denkt lange nach. Dann sagt er, „Rette dein Land. Rette Deutschland.“ Er erklärt, was er damit meint. Seine Kinder, sein persönliches Umfeld und die Menschen, die wieder miteinander reden und nicht übereinander. Eine positive Perspektive, in der all diese Dinge zusammenfinden. Dieser kleine Zettel ist womöglich die bessere Titelgeschichte. Im September entscheiden die Sachsen-Anhaltiner, wem sie zutrauen, ihr Land zu führen.(8)
Im Land der Frühaufsteher wartet man jedoch nicht ewig darauf, dass jemand endlich mit der Arbeit anfängt.
Quellen und Anmerkungen
(abgefragt am 16.August 2026)
(1) Staatskanzlei Sachsen-Anhalt: „Sachsen-Anhalter sind die Frühaufsteher Deutschlands“, 24. Mai 2005. Primärquelle zur damaligen forsa-Erhebung und zum Start der Standortkampagne „Wir stehen früher auf“.
(2) Infratest dimap: Sachsen-AnhaltTREND, Juli 2026. Umfragewerte zu AfD/CDU: https://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundeslaender/sachsen-anhalt/laendertrend/2026/juli/
(3) Der Spiegel: „Der gefährlichste Mann Deutschlands“ – Ulrich Siegmund und die AfD in Sachsen-Anhalt, August 2026. Titelgeschichte: https://www.spiegel.de/spiegel/print/index-2026-34.htm; https://www.spiegel.de/politik/ulrich-siegmund-und-die-afd-in-sachsen-anhalt-der-gefaehrlichste-mann-deutschlands-a-266e764d-1785-4f3a-85da-24d939148dc3
(4) Dirk Kurbjuweit, Der Spiegel: Warum Ulrich Siegmund auf dem Spiegel-Titel ist, 16. August 2026: https://www.spiegel.de/politik/deutschlandnews-warum-ulrich-siegmund-auf-dem-spiegel-titel-ist-a-2e74d73a-af37-4986-b8a6-7d79ee19f3b4
(5) Ministerium für Inneres und Sport Sachsen-Anhalt: Einstufung des AfD-Landesverbandes Sachsen-Anhalt durch den Landesverfassungsschutz und zur behördlichen Begründung: https://mi.sachsen-anhalt.de/verfassungsschutz/themenfelder/rechtsextremismus/rechtsextremistische-parteien; https://mi.sachsen-anhalt.de/api/media/VSB_2025_gesamtfassung_Presse.pdf?collection=document
(6) Sofia Taxidis, Tichys Einblick: Kommentar zu den Prioritäten des Spiegel, 16. August 2026: https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/spiegel-prioritaeten/
(7) Bundesministerium des Innern: Entwurf zur Reform des Nachrichtendienstrechts, Kabinettsfassung August 2026: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/gesetzgebungsverfahren/DE/Downloads/kabinettsfassung/OESI2/GE-ND-Reform.pdf?__blob=publicationFile&v=2(
(8) {ungeskriptet} mit Ben Berndt: Gespräch mit Ulrich Siegmund, August 2026: https://www.youtube.com/watch?v=9J-oOOLwba4
(9) Sven Versteegen, Berliner Zeitung: „Fast vier Stunden Siegmund: Potsdam, Verfassungsschutz und der Plan für die Macht“, 15. August 2026: https://www.berliner-zeitung.de/article/fast-vier-stunden-siegmund-potsdam-verfassungsschutz-und-der-plan-fuer-die-macht-10296097
(10) Landtag Sachsen-Anhalt: Debatte über sichere Herkunftsstaaten, 2016. Zur AfD-Forderung nach Einstufung der Maghreb-Staaten und zur damaligen parlamentarischen Ablehnung: https://www.landtag.sachsen-anhalt.de/2016/wie-man-rassismus-am-besten-definiert
(11) Landtag Sachsen-Anhalt: „Frage der Sicherheit muss gestellt werden“, 2018. Dokumentiert die spätere Debatte über die Einstufung von Marokko, Algerien, Tunesien und Georgien sowie die Position des damaligen CDU-Innenministers Holger Stahlknecht: https://www.landtag.sachsen-anhalt.de/2018/frage-der-sicherheit-muss-gestellt-werden
(12) Landtag Sachsen-Anhalt: „Untersuchungsausschuss klärt Beraterverträge“, 29. September 2016: https://www.landtag.sachsen-anhalt.de/2016/untersuchungsausschuss-klaert-beratervertraege
(13) Landesrecht Sachsen-Anhalt: Gesetz über die Einsetzung und das Verfahren von Untersuchungsausschüssen, § 1. Aktuelle Rechtsgrundlage; maßgeblich für das seit 2020 mögliche Verfahren zur Prüfung der Zulässigkeit eines Einsetzungsantrags: https://www.landesrecht.sachsen-anhalt.de/bsst/document/jlr-NNLST000046FENN00000000004
(14) Landtag Sachsen-Anhalt: „Novellierte Regeln für den Parlamentsbetrieb“, 2026: https://www.landtag.sachsen-anhalt.de/artikel/novellierte-regeln-fuer-den-parlamentsbetrieb
(15) AfD Sachsen-Anhalt: 100-Tage-Sofortprogramm zur Landtagswahl 2026: https://afd-lsa.de/wp-content/uploads/2026/07/100-Tage-Sofortprogramm.pdf
(16) AfD Sachsen-Anhalt: Regierungsprogramm 2026: https://afd-lsa.de/wp-content/uploads/2026/07/AfD_Sachsen-Anhalt_Regierungsprogramm_2026_230726-web.pdf
(17) Welt: Kontroverse um das Feuerwehrfoto mit Ulrich Siegmund in Egeln, August 2026: https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a7fd16f169e8e32c0ae8bca/egeln-doppelmoral-feuerwehrleute-von-afd-foto-mit-siegmund-kritisieren-buergermeister.html
(18) Correctiv: „Geheimplan gegen Deutschland“, 10. Januar 2024: https://correctiv.org/aktuelles/neue-rechte/2024/01/10/geheimplan-remigration-vertreibung-afd-rechtsextreme-november-treffen/
(19) Landgericht Hamburg: Unterlassungsantrag gegen Correctiv-Berichterstattung nur teilweise erfolgreich, 27. Februar 2024: https://justiz.hamburg.de/gerichte/oberlandesgericht/gerichtspressestelle/unterlassungsantrag-gegen-correctiv-berichterstattung-nur-teilweise-erfolgreich--635106
(20) Landgericht Hamburg: Klagen von Ulrich Vosgerau und Gernot Mörig gegen Correctiv-Berichterstattung abgewiesen, 19. Dezember 2025: https://justiz.hamburg.de/gerichte/oberlandesgericht/gerichtspressestelle/landgericht-hamburg-klagen-gegen-correctiv-berichterstattung-abgewiesen--1129938
(21) Landgericht Berlin II: Entscheidung im Verfahren Gerrit Huy gegen Correctiv, 17. März 2026, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig: https://www.berlin.de/gerichte/presse/pressemitteilungen-der-ordentlichen-gerichtsbarkeit/2026/pressemitteilung.1653487.php
(22) Thore Rausch, Süddeutsche Zeitung: Kritik am MDR-Interview mit Ulrich Siegmund, 13. August 2026: https://www.sueddeutsche.de/medien/sachsen-anhalt-landtagswahl-afd-ulrich-siegmund-mdf-interview-journalismus-li.3529401
(23) MDR: „Der MDR muss auf die nicht erfolgte Anpassung des Rundfunkbeitrags reagieren“, 11. Mai 2026. Primärquelle zur dreijährigen Pause bei Neuproduktionen von Dresdner „Tatort“ und Magdeburger „Polizeiruf 110“: https://www.mdr.de/presse/mdr-muss-auf-die-nicht-erfolgte-anpassung-des-rundfunkbeitrags-reagieren-100.html
(24) Deutschland-Monitor 2025, Hauptbericht. Empirische Grundlage für die Aussagen zur sehr hohen Zustimmung zur Demokratie als Staatsform und zur geringeren Zufriedenheit mit ihrem tatsächlichen Funktionieren in Ostdeutschland: https://deutschland-monitor.info/fileadmin/Reports/Deutschland-Monitor-2025-Hauptbericht.pdf
(25) MDR: Forderungen der Landkreise an die nächste Landesregierung Sachsen-Anhalts, 2026. Forderung nach Verwaltungsumbau, weniger Bürokratie und schnelleren Entscheidungen: https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/landtagswahl/forderungen-landkreise-neue-regierung-100.html
(26) Bundeszentrale für politische Bildung: „Zwischen Reform und Revolte 1961–1969“. Historischer Hintergrund zur Spiegel-Affäre 1962, „Bedingt abwehrbereit“, Durchsuchungen und Festnahmen sowie ihrer Bedeutung für die Pressefreiheit: https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/izpb/548473/zwischen-reform-und-revolte-1961-1969/
(27) Welt: Siegmund zum kritischen Spiegel-Titel – „sehr gute Werbung“, August 2026: https://www.welt.de/regionales/sachsen-anhalt/article6a7f5266a87e8142c31d0709/siegmund-zu-kritischem-spiegel-titel-sehr-gute-werbung.html
(28) Stadt Halle (Saale): Die Salzstadt: https://halle.de/kultur-tourismus/stadtgeschichte/salzstadt
(29) Stadt Halle (Saale): Stadtchronik. Erwähnung Halles als Hansestadt im Jahr 1281: https://halle.de/kultur-tourismus/stadtgeschichte/chronik
(30) Altmark Tourismus: Städte und Hansestädte. Zu den acht historischen Hansestädten der Altmark und zur Neugründung des Altmärkischen Hansebundes 1998: https://www.altmark.de/die-altmark/staedte-hansestaedte/
(31) Sachsen-Anhalt Tourismus: Industriekultur. Überblick über die Industrie- und Bergbaugeschichte des Landes, insbesondere die rund acht Jahrhunderte Kupferschieferbergbau im Mansfelder Land: https://sachsen-anhalt-tourismus.de/dein-urlaub/kultur/industriekultur
(32) Weinbauverband Saale-Unstrut. Weinbautradition Saale-Unstrut als nördlich gelegenes Qualitätsweinanbaugebiet: https://www.weinbauverband-saale-unstrut.de/
(33) Harzer Tourismusverband: Thale, Bodetal, Hexentanzplatz und Rosstrappe: https://www.harzinfo.de/die-region/urlaubsorte-von-a-z/thale; https://www.harzinfo.de/en/the-region/holiday-destinations-from-a-to-z/thale
(34) Geiseltalsee: Geschichte und Entwicklung des Sees. Zur Bergbaufolgelandschaft, zur 2003 begonnenen und 2011 abgeschlossenen Flutung sowie zur Wasserfläche von rund 18,4 Quadratkilometern: https://www.geiseltalsee.de/sehenswuerdigkeiten/geiseltalsee.html
(35) Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung, Gatersleben: Genbank: https://www.ipk-gatersleben.de/infrastruktur/genbank; https://www.ipk-gatersleben.de/en/infrastructure/gene-bank
(36) Sachsen-Anhalt Tourismus: Land, Leute und kulturhistorische Besonderheiten. Welterbestätten und kulturhistorischen Orten des Landes: https://sachsen-anhalt-tourismus.de/unser-reiseland/land-leute/wissenswertes
(37) Landesmuseum für Vorgeschichte Halle: Himmelsscheibe von Nebra. UNESCO-Dokumentenerbe.
https://www.landesmuseum-vorgeschichte.de/himmelsscheibe-von-nebra
(38) Stadt Zerbst/Anhalt: Sammlung Katharina II., Verbindung Sophie Auguste Friederikes von Anhalt-Zerbst, der späteren Zarin Katharina II., mit dem Zerbster Fürstenhaus und ihrer Abreise nach Russland 1744: https://www.stadt-zerbst.de/de/sammlung-katharina-ii.html
(39) Landesarchiv Sachsen-Anhalt / Archivportal-D: VEB Chemische Werke Buna bzw. Buna-Kombinat. Archivische Entwicklung neuer PVC-, Polystyrol- und Kautschuktypen und zum Ausbau der Kunststoffproduktion nach 1954: https://www.archivportal-d.de/item/H7UKASJJ7SQIZPHNICNYBXWG6XXHTZKT
(40) MSG Ammendorf: Geschichte des Waggonbaus Ammendorf. Ursprünge seit 1823: https://www.msg-ammendorf.de/unternehmen/geschichte/
(41) Industrie- und Filmmuseum Wolfen: Geschichte der Filmfabrik. 1936 hergestellter universell einsetzbarer Mehrschichtenfarbfilm, spätere Marke ORWO – „Original Wolfen“: https://www.ifm-wolfen.de/de/ifm_geschichte-der-filmfabrik.html
(42) Stiftung Bauhaus Dessau: Chronologie. Entwicklung des Bauhauses in Dessau, Unternehmen wie die Junkers-Werke: https://bauhaus-dessau.de/institution/chronologie/
(43) SKET Magdeburg: Das Unternehmen im Jahr 1989. Dimension des Schwermaschinenbaukombinats: https://www.sket.de/de/unternehmen/item/174-1989
(44) Stadt Halle: Geschichte des Volksparks. Finanzierung durch Arbeiter und Gewerkschafter, Rolle in der Arbeiterbewegung, zum Polizeieinsatz vom 13. März 1925: https://konservatorium.halle.de/push.aspx?s=downloads%2FRegisterEntries%2F689%2Fgeschiche_des_volksparks.pdf
(45) Landtag Sachsen-Anhalt: Historische Landtage und politische Traditionen im Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt. Wissenschaftliche Dokumentation unter anderem zur starken Stellung der KPD im Raum Halle-Merseburg vor 1933 und zur politischen Bedeutung des halleschen Volksparks: https://www.landtag.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bilder/Landtagsgebaeude/Historische_Landtagsgebaeude/Dokumentation_Tagung_17102022_Landtage_Sachsen-Anhalt_1946-1952.pdf
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Dank an den Autorin für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.
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Bild: Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt
Bildquelle: imageBROKER.com / shutterstock
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