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Thiels geheimes Machtnetz | Von Hermann Ploppa

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Peter Thiels Geheimgruppe Dialog – Genickschuss für die Demokratie?

Was haben NATO-Generäle, Spitzenpolitiker, IT-Milliardäre, Filmstars und sogar Theologen in jenem diskreten Club zu suchen? Wer greift hier nach der totalen Macht?

Ein Standpunkt von Hermann Ploppa.

Man kann es kaum glauben.

Seit dem Jahr 2006 bereits treffen sich jedes Jahr Prominente und Superreiche zu einem ultra-exklusiven Geheimtreffen in edlen Locations wie den Ritz-Carlton-Luxushotels in Arizona oder Kalifornien. Und dann wieder kultig vor historischer Kulisse im Sankt Clemente-Palast in Venedig. Es ist gelungen, trotz enormer Anforderungen an Personenschutz und Organisation vor Ort, dennoch von der Öffentlichkeit unbehelligt zu bleiben. Eine Meisterleistung an Diskretion.

Doch jetzt konnte eine Schweizer Computerhackerin mit dem schwer aussprechbaren Künstlernamen maria arson crimew die kodierte Webseite von Peter Thiels Konspiratorengruppe mit dem nüchternen Namen „Dialog“ mal eben so knacken (1). Frau crimew musste die Seite nicht einmal hacken. Es habe so gravierende Sicherheitsmängel gegeben, dass sie angeblich relativ mühelos an die Teilnehmerlisten von Dialog herankommen konnte.

Das macht natürlich stutzig. Ein so hochkarätiger Informatiker wie Peter Thiel soll in der Sicherung seiner Geheimgruppe derart nachlässig gewesen sein, dass eine Außenseiterin die Großen und Mächtigen dieser Welt mal einfach so entblößen konnte? Hat Peter Thiel hier womöglich eine falsche Fährte gelegt?

Doch nein. Zuviel steht auf dem Spiel. Das ist schon skandalös, wenn sich Spitzenpolitiker mit Internet-Milliardären heimlich treffen. Mit derart potenten Akteuren macht man keine leichtfertigen Spiele. Das World Economic Forum ist vom Kaliber her eine ähnliche Plattform. Doch die Medien berichten ausführlich von den Treffen der Schönen und Reichen. Und auch die Trilaterale Kommission berichtet auf ihrer Webseite ausführlich über ihre Aktivitäten. Genauso der bereits seit über einhundert Jahren bestehende Council on Foreign Relations in New York, der geräuschlos die Außenpolitik der USA steuert.

Einstmals gab es die märchenhaften Bilderberger. Diesem erlauchten Kreis von Elitemenschen aus Nordamerika und Westeuropa ist es gelungen, ebenfalls etwa zwanzig Jahre vollkommen unbemerkt von der Öffentlichkeit Politik zwischen Kaminfeuer, Kaffeefahrten und Kaltem Buffet zu verabreden. Doch dann schlug die neugierige Öffentlichkeit unerbittlich zu. Solche Geheimclubs wie die Bilderberger sind natürlich in dem Moment verbrannt und jeglichen Sinnes entleert, wenn alle zugucken.

„Wie navigieren wir durch den Dritten Weltkrieg?“

Und genau das kann jetzt auch Peter Thiels Geheimloge „Dialog“ blühen. Es hätte alles so schön sein können. Dieses Jahr wollen sich die Dialog-Freunde in einem wunderschönen Schlösschen in der Nähe der irischen Hauptstadt Dublin treffen. Vom 12. bis zum 16. August begegnen sich Thiels Elite-Menschen im Powerscourt Estate in der Grafschaft Wicklow, um am Kamin oder bei beschaulichen Spaziergängen im herrlichen Schlossgarten über so lauschige Themen wie „Kann man mit Geld Glück kaufen?“, „Bringt die Atomkraft zurück“, oder: „Wie navigieren wir durch den Dritten Weltkrieg?“ zu plauschen. Man kann auch auf die Frage antworten: „Wie ist es mit Ihrem Sex-Leben?“. Alles in kleiner Runde, moderiert von erfahrenen Gesprächsleitern. Sex? Wirklich? Ja, tatsächlich gibt es auf der Dialog-Webseite ein Formular das einladend fragt: „Sind Sie auf der Suche nach Liebe? Wir vermitteln Ihnen bedeutende Partner.“ Ja, so ein bisschen Epstein muss eben auch dabei sein.

Seltsam, all das. Doch es ist nicht witzig, wer hier mit wem in den wirklich harten Themen verkuppelt wird. Denn auf der Teilnehmerliste steht doch tatsächlich ein Top-Militär. General Alexus Grynkewich ist Oberbefehlshaber der NATO. Oberbefehlshaber der NATO ist immer ein US-Amerikaner. Und dieser US-Amerikaner ist immer in Personalunion auch Oberkommandierender der US-Streitkräfte für die EUCOM. Die wenigsten Menschen wissen, dass der gesamte Globus von den Amerikanern aufgeteilt ist in Kommandozonen der US-Streitkräfte. Denn die US-Streitkräfte sind in über 800 Militärbasen weltweit stationiert. Und die Besatzungsmacht der Amerikaner für Europa trägt den Namen EUCOM. Was macht einer der wichtigsten Militärs der westlichen Wertegemeinschaft in Peter Thiels Geheimclub? Da verwundert schon gar nicht mehr, in diesem erlauchten Kreis auch Trumps Finanzminister Scott Bessent anzutreffen. Trumps Armeeminister Dan Driscoll darf auch nicht fehlen. Der Chef der obersten Drogenbekämpfungsbehörde ist da, genauso wie der notorische Kriegsbefürworter, Senator Ted Cruz. Wie auch sein Kollege von der Demokratischen Partei, Cory Booker, der das soziale Gewissen spielt. Auch die Vasallen dürfen ein bisschen mitplaudern. Diesmal ist zum Beispiel die EU-Außenministerin Kaja Kallas aus Estland für Dublin eingeladen. Häufiger Gast in früheren Dialog-Treffen war der deutsche Politiker Jens Spahn, der auch schon die Tafel der Bilderberger zu bereichern wusste. Immer wieder stellt sich die Frage, was diesen absolut Chrisma-freien Sparkassenangestellten aus dem niederrheinischen Ahaus für globale Eliten so anziehend macht.

Neben weiteren Politikern aus den USA und dem besetzten Vasallenland sind da noch die wichtigen Funktionäre von einflussreichen ultrarechten Netzwerkorganisationen zu nennen: Peter Goettler vom CATO-Institut, Ryan Stowers von der Charles Koch-Stiftung oder Jonathan Greenblatt von der Anti Defamation League, die es schon seit 1913 gibt. Während in den Gründerjahren Juden in den USA extrem gefährlich lebten, hat sich nach der Integration der Juden in das amerikanische Establishment als neues Betätigungsfeld für die Liga die Bekämpfung kritischer Stimmen gegen die Netanyahu-Regierung ergeben. Immer im engen Schulterschluss mit der wesentlich jüngeren Israel-Lobby-Vereinigung AIPAC, werden alle Netanyahu-Kritiker in Bausch und Bogen als „Antisemiten“ gebrandmarkt und existentiell ruiniert. In diesem Zusammenhang verwundert es nicht, wenn sich auch Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner in Thiels Geheimzirkel findet. Daneben sehen wir noch Hollywood-Schauspieler (die sich jetzt rasch vom Geheimzirkel distanzieren); Medienleute wie Neal Mohan, seines Zeichens Chef von Youtube. Mohan hat sich als technischer Direktor durch die massenhafte Löschung politisch missliebiger Youtube-Kanäle verdient gemacht.

Und dazu fast sämtliche potenten Vierundzwanzigender der Multimilliärdärs-Szene: angeführt vom ersten Billionär der Weltgeschichte, Elon Musk, gefolgt vom ehemaligen Google-Chef Eric Schmidt (geschätztes Vermögen: 40 Milliarden Dollar), Peter Thiel (27 Milliarden Dollar) oder dem ehemaligen Teil-Besitzer des Springer-Konzerns Henry Kravis mit seinen zwölf Milliarden Dollar.

Kluge Journalisten haben schon getextet: Bilderberger goes Silicon Valley. In der Tat: da wo die Bilderberger nur erahnen konnten, wie das von ihnen regierte Volk wirklich tickt, da hat der Dialog-Klüngel durch die Kontrolle der Smartphones und des Internets den Überblick in Feinauflösung, was das Volk denkt. Und wie man dann entsprechend Futter reinträufeln kann, damit die Masse sich in die gewünschte Richtung bewegt. Das ist in der Tat eine explosive Mischung. Da ist viel Macchiavelli drin und eigentlich gar keine Demokratie mehr. Und das ist eindeutig das Ergebnis der Wühlarbeit von Peter Thiel.

„Freiheit und Demokratie sind nicht miteinander vereinbar“

Dieses Bonmot von Peter Thiel ist mittlerweile Gemeingut. Geschrieben hat Thiel diesen Satz in einem Artikel für die Zeitschrift des reaktionären CATO-Instituts, und zwar im Jahre 2009 (2). Thiel beschreibt, dass er als Student an der privaten Elite-Universität Stanford eine Zeitung mit libertären Ideen veröffentlichte. Dass sich aber niemand für seine marktradikalen Visionen interessierte. Auch nach dem Studienabschluss hätten sich alle seine Kommilitonen in den institutionellen Rahmen der staatlichen Ordnung eingefügt. Für Thiel war klar, dass er über den Hebel politischer Überzeugungsarbeit die Leute nicht für seine Sache gewinnen konnte. Der politische Raum, die politische Öffentlichkeit, mussten also umgangen werden - um sie schließlich und endlich zu eliminieren.

Thiel hoffte nunmehr, seine Vision einer Welt „freier“ Unternehmer auf drei Wegen zu erreichen: erstens vermittelst des durch keine nationalen Grenzen eingehegten Raums im Internet. Zweitens durch neue, politikfreie Sphären im Weltraum. Und drittens durch die Gründung von Privatstädten mitten auf dem staatenlosen Raum der Ozeane. Städte, gebaut auf Pontons, die je nach Gusto zusammengestellt werden können. Jener Artikel im CATO-Hausblatt war nämlich letztendlich Werbung für das Seasteading Institute, das Peter Thiel gerade gegründet hatte, und das jene Privatstädte auf den tosenden Weltmeeren begründen sollte.

Während die Aushebelung der politischen Öffentlichkeit durch das Internet ein riesiger Erfolg war, wurde aus der Eroberung des Weltraums zunächst nichts. Und bislang ist auch keine einzige Pontonstadt auf den Weltmeeren zustande gekommen. Das macht aber auch nichts. Denn mittlerweile sind durch die eifrige Wühlarbeit der marktradikalen Seilschaften die Nationalstaaten derart verschuldet und entkernt, dass sich inmitten so mancher gescheiterter Staaten mühelos eine rechtsfreie Privatstadt errichten ließ. Auf diese Weise sind über zwanzig Privatstädte aus dem Boden gestampft worden – mit recht unterschiedlichen Resultaten.

Peter Thiel hat in seiner Rede beim so genannten „Libertopia“-Festival im Jahre 2010 aus seinem Herzen keine Mördergrube gemacht. Beim Libertopia-Festival trafen sich die Vertreter der libertären Bewegung. Libertäre sind der Meinung, dass eigentlich jede Art von Staat Übel ist, weil er die Freiheit der Besitzenden beeinträchtigt – zugunsten der Faulen, Besitzlosen und Unfähigen. Bei diesem Treffen der Libertären sagte Peter Thiel unter anderem:

„Der Grundgedanke war, dass wir (die Libertären) niemals eine Wahl gewinnen könnten, indem wir etwas erreichen, weil wir eine so kleine Minderheit waren. Aber vielleicht könnte man die Welt tatsächlich einseitig verändern, ohne Menschen überzeugen, anflehen und beschwören zu müssen, die zudem niemals zustimmen werden – und zwar mit technischen Mitteln. Und genau hier sehe ich die Technologie als diese unglaubliche Alternative zur Politik.“ (3)

Planmäßig umging nun Thiel die Politik, also den öffentlichen Austausch und die Aushandlung von Interessengegensätzen in der Gesellschaft. Er machte sich einfach durch die Mittel der Technik unersetzlich. Er schuf ein Alleinstellungsmerkmal. Und mit diesem Vorsprung vor der Konkurrenz sicherte er sich ein Monopol. So hebt Thiel sich ab von den „Schwächlingen“, die sich im wirtschaftlichen Wettbewerb mit geringen Gewinnmargen abquälen müssen. Das Monopol aus dem Alleinstellungsmerkmal preist Thiel in seinem Buch „Zero to One“ an (4).

Thiels Wettbewerbsvorteil, der zum temporären Monopol werden konnte: er half den nach totaler Kontrolle lechzenden nationalen Regierungen in aller Welt aus ihrem Dilemma. Nach den Ereignissen rund um den Elften September 2001 begann die flächendeckende Installation von Überwachungskameras an allen Straßen und Plätzen. Die systematische Abzapfung der Telefone und Internetkabel. Aber statt der großen Erleuchtung erfasste die regierungsamtlichen Spione nach gewisser Zeit der große Katzenjammer. Denn die gigantischen Datenmassen waren nicht zu bändigen. Statt nun flächendeckend alle menschlichen Hirne kontrollieren zu können, vernahmen die Gucker und Horcher in dem Datenbrei nur ein unverständliches „Rauschen“ (5). Wer konnte dem Datenchaos einen Sinn abringen? (6) „Connecting the Dots“; die Punkte zu einem großen Sinn verbinden (7)?

Da kam Peter Thiel des Weges und lieferte mit seiner Spionagefirma Palantir die unerlässlichen Analyse-Tools, um wirklich zu verstehen, was sich unten im Volke so zusammenbraut. Nun, das klappt zwar immer noch nicht so ganz perfekt. Zumindest nicht, solange man künstlicher Intelligenz die alleinige Entscheidungshoheit überlässt. So haben durch Palantir-KI gesteuerte Geschosse in Teheran einen menschenleeren Park bombardiert, nur weil der Park zufällig „Polizei-Park“ heißt. Wo aber keinerlei Ordnungshüter auffindbar waren.

Das Wunder von Islamabad

Man kommt ja weiterhin aus dem Staunen nicht raus: im Krieg zwischen den USA und dem Iran trat Pakistan plötzlich als allgemein geachteter Vermittler auf. Vizepräsident JD Vance war in Pakistan und umarmte die pakistanischen Regierungsmitglieder auf das herzlichste. Dabei war doch Pakistan immer das Schmuddelkind auf der geopolitischen Bühne. Die Atombombe hatte sich Pakistan mehr oder minder auf dem Schwarzmarkt besorgt. Immer wieder wurde Pakistan verdächtigt, islamistischen Terrorgruppen einen sicheren Hafen zu bieten. Deshalb wurde das Land in Obamas Regierungszeit großflächig mit Drohnenangriffen der USA überzogen. Jedoch die letzten heißen Kriege Pakistans gegen Indien und Afghanistan wurden von den Westmächten großzügig ignoriert. Plötzlich ist Pakistan auf diplomatischer Bühne stubenrein.

Nun, auch das ist vermutlich das Werk von Peter Thiels Dialog-Geheimgruppe. Denn – gar nicht so geheim – verkündet eine pakistanische Verlautbarung vom November 2025, dass sich der pakistanische Finanzminister mit einer Delegation der Dialog-Gruppe getroffen habe (8). Quasi von Regierung zu Regierung. Wir erfahren, dass die Pakistaner den Dialog-Leuten eine großräumige Privatisierungswelle versprechen. Und dass man sich den US-amerikanischen Finanzmächten öffnen wolle. Man erfährt aus dem Kommuniqué, dass die Pakistaner schon seit mindestens einem Jahr in regelmäßigen Verhandlungen mit Dialog stehen.

Währenddessen krempelt Peter Thiels enger Freund aus Studienzeiten in Stanford, Joe Lonsdale, schon mal die Politik in den USA um. Lonsdale hat mit Peter Thiel und Alex Karp zusammen die Schnüffelfirma Palantir gegründet, verfügt jetzt auch über ein Vermögen von 2,8 Milliarden Dollar und ist auch einer der Initiatoren von Dialog. Lonsdale fällt durch besonders krasse Rhetorik auf. In dem von ihm gegründeten Cicero Institute ließ er Gesetzentwürfe schreiben. Laut diesen Entwürfen sollen Obdachlose in Internierungslager verbracht werden (9). Zudem gibt es in den USA bereits die Three-Strikes-And-You-are-Out-Regelung. Heißt: wer dreimal hintereinander straffällig geworden ist, bleibt lebenslang hinter Gittern oder in Arbeitslagern. Das ist Lonsdale zu soft. Auf X/Twitter textete Lonsdale:

„Wir werden versuchen, Menschen nach drei Gewaltverbrechen zügig hinzurichten. Und ja, wir werden dies öffentlich tun, um andere abzuschrecken. Unsere Gesellschaft braucht Ausgewogenheit. Es ist an der Zeit, wieder eine männliche Führungsrolle zu etablieren, um die Schwächsten unter uns zu schützen.“ (10)

Es ist nichts davon bekannt, dass sich irgendjemand in der Dialog-Szene von diesen extremen Vorstellungen distanziert hätte. Willkommen in den Zeiten von König Heinrich dem Achten! Die Dialog-Szene will nicht nur die Reformen der New Deal-Ära rückgängig machen. Man will sogar weit hinter die Errungenschaften der Progressive Era Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts zurück. Auch wenn die USA den Feudalismus nie durchlebt haben: was den Dialog-Leuten vorschwebt, ist kein Turbokapitalismus und auch kein Faschismus. Das ist ein wild wuchernder Feudalismus. Und zwar statt Ackerbau und Viehzucht vielmehr: Unterdrückung durch totale Kontrolle und Künstliche Intelligenz (11).

Volle Rolle rückwärts – ab in die Apokalypse!

Und jetzt verstehen wir, welchen Stellenwert die Geheimniskrämerei gerade für Leute wie Peter Thiel hat. Das Volk ist seiner Meinung nach sowieso dumm, und man kann es auch nicht für die eigenen libertären Ideen gewinnen. Thiel ist mit der Zeit immer exklusiver geworden. So hat er vor kurzem Unmut erregt, weil er in Rom Vorträge hinter verschlossener Tür gehalten hat. Alle handverlesenen Zuhörer waren streng verpflichtet, über den Inhalt von Thiels Vorträgen nichts an die Öffentlichkeit dringen zu lassen. Es ist aber doch so viel durchgesickert, dass Peter Thiel über die Gefahren des Antichrist gesprochen haben soll. Thiel sei ein gläubiger Christ, und das Endzeitgeschehen der Apokalypse lässt ihn nicht los.

Mittlerweile jedoch kann Thiel fast gar nichts mehr geheim halten. Ist er damit verbrannt? Thiel jedenfalls ist für die demokratische Öffentlichkeit ein Ärgernis höchsten Grades geworden. Die plötzliche ungewollte Berühmtheit gefährdet seine Projekte. Nicht nur Filmschauspieler distanzieren sich jetzt von ihm. Sogar die Betreiber des Powerscourt Estate, wo Thiels Geheimgesellschaft Dialog im August tagen soll, würden die Veranstaltung am liebsten absagen. Man kann sich schon vorstellen, wie die protestierenden Demonstranten vor dem Schloss in der Nähe von Dublin Radau machen. Die Iren sind sowieso ein äußerst freiheitsliebendes Volk, das sich mit dem Leiden des palästinensischen Volkes stark identifiziert. Die Iren sind ein Volk, das zudem extrem allergisch auf jede Art von angloamerikanischer Arroganz und Machtanmaßung reagiert.

Doch was setzen wir den antidemokratischen Machenschaften von Peter Thiel und seinen milliardenschweren Oligarchenfreunden entgegen? Thiel und seine Mitstreiter haben eine klare Agenda. Da genügt es nicht, gelegentlich dagegen zu demonstrieren. Hier muss ein klarer Gegen-Entwurf entwickelt werden. Eine Diskussionsveranstaltung zwischen Thiel und einem katholischen Theologen zu verbieten, wie es neulich in Wien geschehen ist, hilft nur, Libertären wie Thiel eine Aura des Geheimnisvollen und Verbotenen zu bescheren (12). Das offene unaufgeregte Streitgespräch würde wesentlich zur Entmystifizierung dieser Antidemokraten beitragen.

Am Anfang einer Gegenoffensive gegen die marktradikal-libertäre Offensive steht eine sachliche Diagnose der Thiel-Netzwerke. Bis jetzt herrscht jedoch eine blanke Unwissenheit über die Welle, die da über uns herüberschwappt.

Wir können dieser Welle nur mit den Mitteln der Schwarmintelligenz begegnen. Wir können es uns nicht länger leisten, einfach nur dem Treiben der Marktradikalen untätig zuzuschauen.

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Hier der Link zum Buch von Tariq Hübsch und Tahir Chaudhry: „Peter Thiel – Palantir, der KI-Gott und das Ende des Menschen“.: https://c.kopp-verlag.de/kopp,verlag_4.html?1=1056&3=0&4=&5=&d=https%3A%2F%2Fwww.kopp-verlag.de%2FPeter-Thiel.htm%3Fwebsale8%3Dkopp-verlag%26pi%3DBAE808B4%26ci%3D%2524_AddOn_%2524

Quellen und Anmerkungen

(1) https://www.forbes.com/sites/maryroeloffs/2026/06/18/what-we-know-about-billionaire-peter-thiels-secret-dialog-society-including-whos-involved/?utm_source=chatgpt.com

(2) https://substack.com/home/post/p-201782760

(3) https://www.youtube.com/watch?v=45o8tQMGtvU

(4) https://icrrd.com/public/media/01-11-2020-203418Zero%20to%20One.pdf

(5) Rob Kitchin: The Data Revolution: Big Data, Open Data, Data Infrastructures & their consequences New York 2014

86) Bruce Schneier: Data and Goliath: The Hidden Battles to collect your Data and control your world. New York 2016.

(7) The 9/11 Commission Report. Potsdam 2004

(8) https://newzshewz.com/fm-meets-dialogs-delegation/

(9) https://ciceroinstitute.org/wp-content/uploads/2021/11/Reducing-Street-Homelessness-Act-Model-Bill.090821.pdf

(10) https://x.com/JTLonsdale/status/1996947600533066185

(11) Hermann Ploppa: Der Neue Feudalismus – Privatisierung, Blackrock, Plattformkapitalismus. Marburg 2025

(12) https://wien.orf.at/stories/3356498/

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bild: Cleveland, Ohio, USA, 21. Juli 2016 Peter Thiel, Mitbegründer von PayPal Inc., spricht am letzten Tag des Kongresses vom Podium in der Quicken Loans Arena auf dem Republican National Nominating Convention

Bildquelle: mark reinstein / shutterstock


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